GESUNDHEIT & PRÄVENTION

Mammographie ab 45. Ein wichtiger Schritt für die Frauengesundheit in der Schweiz.

Von Michela · Mai 2026

Mammographie ab 45. Ein wichtiger Schritt für die Frauengesundheit in der Schweiz.

Heute feiern wir. Drei Schweizer Fachgesellschaften empfehlen, dass das organisierte Mammographie Screening künftig schon ab 45 Jahren beginnen soll, statt erst ab 50. Eine Entscheidung, die wir bei Radiosa lange gewünscht haben, und ein wichtiger Schritt für die Frauengesundheit in der Schweiz.

Worum es geht

Im Mai 2026 haben SGR-SSR (Schweizerische Gesellschaft für Radiologie), SGS (Schweizerische Gesellschaft für Senologie) und SGGG (Schweizerische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe) gemeinsam empfohlen, das Eintrittsalter für die kantonalen Mammographie Screening Programme von 50 auf 45 Jahre zu senken.

Diese Empfehlung ist ein deutliches Signal an die Politik, an die Kantone und an die Krankenkassen. Sie kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Fallzahlen bei jüngeren Frauen steigen und die wissenschaftliche Evidenz immer klarer wird.

Mehr Diagnosen bedeuten nicht automatisch mehr Erkrankungen. Mehr Diagnosen können bedeuten: Wir schauen früher hin. Und das rettet Leben. Radiosa

Drei Gründe, warum das wichtig ist

1. Brustkrebs trifft auch Frauen unter 50

In der Altersgruppe der 40 bis 49 Jährigen ist Brustkrebs in der Schweiz bereits die zweithäufigste Todesursache. Etwa 10 Prozent aller Brustkrebsdiagnosen treffen Frauen jünger als 45 Jahre. Wer früh hinschaut, kann früh handeln.

2. Früherkennung wirkt messbar

Die Fachgesellschaften berufen sich auf eine Studie mit dem Titel Effect of mammographic screening from age 40 years on breast cancer mortality. Sie zeigt: Regelmässige Mammographien ab 40 Jahren können die Sterblichkeit um rund 25 Prozent senken. Länder, die Frauen bereits ab 40 untersuchen, haben eine signifikant höhere 10 Jahres Überlebensrate als solche, die das Screening erst ab 50 starten.

3. Andere Länder sind weiter

Deutschland hat bereits im März 2024 das Screening Alter auf 45 Jahre gesenkt. Österreich empfiehlt das Screening ebenfalls ab 45. In Schweden ist das Screening unter 50 Jahren seit über zwei Jahrzehnten etabliert, mit grossem Erfolg. Die Schweiz schliesst jetzt zu diesem internationalen Trend auf.

Der Nutzen überwiegt die Risiken

Die Strahlenbelastung einer Mammographie liegt im unbedenklichen Bereich. Der Nutzen Risiko Faktor für Frauen zwischen 40 und 49 Jahren liegt nach Angaben der Fachgesellschaften bei 259 zu 1. In Worten: Der erwartbare Nutzen ist 259 Mal grösser als das Risiko.

Auch wirtschaftlich ergibt der frühere Start Sinn. Da die Kosten für moderne Brustkrebs Medikamente (zum Beispiel CDK 4/6 Inhibitoren) in den letzten Jahren stark gestiegen sind, hilft eine frühe Diagnose, teure und belastende Behandlungen in fortgeschrittenen Stadien zu reduzieren. Mehr Lebensqualität für die Patientinnen, weniger Druck auf das Gesundheitssystem.

Was sich noch nicht ändert

Die Empfehlung ist ein wichtiger Schritt, aber sie ist noch keine Pflichtleistung. Bevor das Eintrittsalter offiziell auf 45 sinkt, muss die Empfehlung von den Kantonen und den nationalen Gesundheitsbehörden umgesetzt werden. Dieser Prozess dauert in der Regel mehrere Monate bis Jahre.

In der Zwischenzeit bleibt die Situation Kanton für Kanton unterschiedlich. Im Breastcare Guide Radiosa findest du zu jedem Schweizer Kanton den aktuellen Stand zu Screening Programm, Alter und Kostenübernahme.

Was du jetzt tun kannst

Auch wenn das Screening Alter aktuell noch bei 50 liegt, hast du Optionen:

  • In deinen 40ern: Sprich beim nächsten gynäkologischen Termin über deine persönliche Risikobewertung. Familiengeschichte, Brustdichte, Hormonverlauf, Lebensstil. Dein Arzt oder deine Ärztin kann dir helfen einzuschätzen, ob eine frühere Mammographie sinnvoll ist.
  • Bei familiärer Vorbelastung: Frag aktiv nach intensivierter Früherkennung. Bei genetisch erhöhtem Risiko sind Mammographie, Ultraschall oder MRT bereits ab 40 Jahren möglich.
  • Generell: Selbstuntersuchung einmal im Monat, jährlicher gynäkologischer Termin, aufmerksam für Veränderungen in Form, Haut oder Brustwarze.

Quellen zum Download

Die Original Medienmitteilung der drei Fachgesellschaften vom Mai 2026 kannst du hier herunterladen:

Die offiziellen Kontaktstellen sind: Prof. Dr. med. Andreas Gutzeit (SGR-SSR), Prof. Dr. med. Zsuzsanna Varga (SGS) und PD Dr. med. Claudia Rauh (SGGG).

Das Wichtigste zuletzt

Eine Empfehlung ist kein Beschluss. Aber drei Schweizer Fachgesellschaften, die gemeinsam fordern, das Screening Alter zu senken, sind ein starkes Signal. Es bedeutet: Die Schweizer Medizin nimmt die steigenden Zahlen bei jüngeren Frauen ernst. Sie nimmt die Forschung ernst. Sie nimmt die Frauen ernst.

Bei Radiosa freuen wir uns. Und wir bleiben dran. Wir verfolgen, wie die Empfehlung umgesetzt wird, und teilen jeden wichtigen Schritt. Wenn du auf dem Laufenden bleiben willst, melde dich für unseren Newsletter an. Clarity in BreastCare. Confidence in Women's Health.